Das Projekt „SDG.smart" hat das Ziel der Entwicklung eines innovativen durch Geodaten gestütztes und mit generativer KI verarbeitenden Systems, das pädagogische Fachkräfte, Ehrenamtliche und Eltern bei der Erschließung alltagsnaher Natur- und Sozialräume als Lernorte unterstützt. Projektpartner sind die Philosophische Hochschule München (Natur- und Technikphilosophie) und die Hochschule Augsburg (Raumplanung).
Die Ausgangssituation:
Wir beobachten eine Situation, in der das pädagogische Umfeld von Kitas, Ganztag bis zur offenen Kinder- und Jugendarbeit oft auf sich allein gestellt ist, wenn es darum geht, alltagsbezogene Lernangebote für Kinder zu entwickeln. Wir beobachten, dass die vielen nebenberuflichen und ehrenamtlich Aktiven und viele Eltern überfordert sind, die alltagsumgebenden Natur- und Sozialräume als Orte des Spielens, des Erlebens und Entdeckens zu erschließen. Mit Blick auf die digitale Transformation fehlt es an intelligenten Systemen, die sowohl den lokalen Kontext als auch gesellschaftliche Transformationsprozesse berücksichtigen. Digitale Tools, wie generative KI, bieten enorme Potenziale für die pädagogische Arbeit – doch es fehlt an niedrigschwelligen, qualitativ hochwertigen Anwendungen.
Unser Ansatz:
Unsere Lösungsidee besteht in der interdisziplinären Entwicklung eines digitalen Werkzeugs, das auf der Verknüpfung von Geoinformationssystemen (GIS) mit generativer künstlicher Intelligenz (KI) basiert, um für die pädagogische Arbeit und die Freizeitgestaltung kontextsensibel BNE-Angebote für Kindergruppen bereitzustellen. Stellen wir uns eine ehrenamtliche Kraft in einer Ferienfreizeit vor, die gerne körperliche Bewegung mit Naturerleben pädagogisch verknüpfen möchte: Die webbasierte Anwendung sollte anhand weniger Eingaben (etwa einem thematischen Stichwort und den Standortkoordinaten) zielgruppengerechte methodische pädagogische Vorschläge mit Alltagsbezug generieren. Diese Inhalte reagieren dynamisch auf den Sozialraum, den Bildungsort und die pädagogischen Rahmenbedingungen.
Die Grundlage bilden GIS-Daten zu räumlicher Infrastruktur, Naturausstattung und Umweltindikatoren, BNE-relevante Inhalte wie die 17 SDGs und Gestaltungskompetenzen, niedrigschwellige Interaktionsformen, das die Anfragen zielgruppenspezifisch aufbereitet. Die Besonderheit liegt in der Kombination: GIS liefert den räumlichen und lebensweltlichen Kontext, KI verarbeitet aktuelle gesellschaftliche, ökologische und kulturelle Dynamiken, BNE bietet den normativen und pädagogischen Rahmen, und die partizipative Evaluation in der Praxis und die Berücksichtigung ethischer Aspekte durch pädagogische Fachkräfte sorgt für Rückkopplung und Systemlernen. So entsteht ein lernendes Tool. Dies ermöglicht Kindern leichteren Zugang zu Natur, zur Umwelt und zu soziokulturellen Aktivitäten – im direkten Umfeld ihres Lernorts.
Erwartete Wirkung:
Durch die ortsbezogene und bedarfsorientierte Bereitstellung von BNE-Angeboten ermöglicht das Projekt eine kontextsensible, gerechte und
partizipative Nutzung digitaler Ressourcen im Bildungsalltag. Weil wir in diesem Projekt mit relevanten Akteuren der Bildungslandschaft aus Wissenschaft und Fachkräften der pädagogischen Praxis kooperieren, werden neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, freien Trägern der Jugendhilfe und der Zivilgesellschaft initiiert. Immer mit dem Ziel, den digitalen Wandel nicht nur technisch, sondern sozial, ökologisch und ethisch verantwortungsvoll zu gestalten. Die generierten Angebote tragen dazu bei, Kinder frühzeitig an gesellschaftliche Zukunftsthemen wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung und sozialräumliche Teilhabe heranzuführen – und machen Digitalisierung damit zu einem Werkzeug für Transformation, Bildungsgerechtigkeit und demokratische Teilhabe. Wir erwarten, dass wir wichtige Praxiserfahrungen sammeln, die wir in Folgeprojekten u.a. mit wissenschaftlicher Unterstützung im pädagogischen Alltag optimieren und den technischen und möglichen gesellschaftlichen Veränderungen anpassen.
Die Projektlaufzeit ist von März 2026 bis Ende 2027. Gefördert wird das Vorhaben von der Deutschen Stiftung Ehrenamt und Engagement (DSEE) im Förderprogramm "Transform D".