Ökologisch imkern am ÖBZ

Am Ökologischen Bildungszentrum hat sich eine Gruppe von Imkerinnen und Imkern zusammengefunden, die mehrere Bienenvölker betreut und inzwischen gemeinsam viel Erfahrung gesammelt und großes Wissen erworben hat. Grundsätzlich orientieren wir uns in der Imkerei an ökologischen Grundsätzen. Mit neuen, unbehandelten Bienenkästen und unter Verwendung ökologisch unbedenklichen Substanzen, werden die Pflege der Bienenvölker und die Honigernte vorgenommen.

Zusammen mit den anderen Bestäubern wie etwa mehreren Wildbienenarten, die durch den Bau von Insektenhotels auf den Freiflächen und die naturnahen Gärten günstige Bedingungen vorfinden, sind die Honigbienen durch ihre Bestäubungsleistung ein Garant für die biologische Vielfalt auf dem Gelände.

Bienenwachs
 

Das große Interesse an der Imkerei am ÖBZ, das sich z.B. am Tag der offenen Gartentür gezeigt hat, ist 2015 in das neue Projekt „Biodiversität und Bienen in der Stadt" gemündet. Besucherinnen und Besucher konnten die Bedeutung der Bienen für die Biodiversität in der Großstadt nahebringen und unsere Erfahrungen aus dem Handwerk der Imkerei erfahren. Um das Wissen noch anschaulicher vermitteln zu können, wollen wir einen Bienenwagen und einen „gläsernen Bienenstock" anschaffen. Ein solcher Bienenstock ermöglicht den Teilnehmerinnen und Teilnehmern unserer Programme einen Einblick in das sonst verschlossene Innere eines Bienenvolkes. Sie können den Bau von Waben, das Einlagern von Honig, die Brutpflege und die Entwicklung der Bienenbrut verfolgen, ohne die Bienen zu stören oder Stichen aus­gesetzt zu werden.

Daneben ist es uns auch wichtig, das traditionelle Imkereihandwerk und dessen Beitrag zur Vielfalt in der Kulturlandschaft zu vermitteln. Da Bienen nur begrenzte Aktionsradien von wenigen Kilometern haben, fuhren die Imker zu bestimmten Blütezeiten wie z.B. zur Apfel­blüte mit ihren Völkern in Bienenwägen umher, um einerseits die Bestäubung und somit die Ernte sicher zu stellen, aber auch, um den Bienen das ganze Jahr ausreichend Nahrung zu bieten. Wir wollen daher einen solchen Bienenwagen anschaffen, um Geschichte und Bedeutung der heimischen Imkerei authentisch demonstrieren zu können.

Auf diese Weise lernen die Besucherinnen und Besuchern unserer Gärten die Zusammen­hänge und Wechselwirkungen von Bienen und biologischer Vielfalt kennen. Auch die o.g. Kita-Gruppe, die regelmäßig in den Experimentiergarten kommen wird, kann so von diesem Projektbaustein profitieren.

Ziel dieses Projekts ist es zudem, dass die Teilnehmenden aktiv werden und – falls sie dazu die Gelegenheit haben – in ihrem eigenen Umfeld Bienenweiden anlegen sowie Münchner Imkerinnen und Imkern ggfs. Standplätze zur Verfügung stellen. Zudem wollen wir sie für einen bewussten Konsum sensibilisieren und dazu motivieren, beim Honigkauf auf regionale Produkte zurückzugreifen und damit die heimische Imkerei zu unterstützen. Wenn auf diese Weise mehr Vielfalt in Gärten und auf Balkonen zugelassen wird, hilft das Projekt, dass Natur wieder in die Stadt zurückkehrt.

Honigernte mit Flüchtlingen im Sommer 2015
Es summte und wuselte in den Bienenstöcken. Später surrte es an der Honigschleuder. Im Rahmen unseres Umweltbildugsprojekts mit Flüchtlingen haben wir im Sommer 2015 gemeinsam den Honig unserer ÖBZ-Bienen geerntet. Mit der Kamera haben wir ein paar Eindrücke von der Honigschleuder-Aktion im Ökologischen Bildungszentrum eingfangen. Wir danken der Bienengruppe im ÖBZ sowie allen Helferinnen und Helfern und nicht zuletzt den vielen fleißigen Bienen - und wünschen mit dem Filmchen gute Unterhaltung!
 

Honigschleudern im Ökologischen Bildungszentrum (ÖBZ) from Münchner Umwelt-Zentrum on Vimeo.

Umsiedlung der Bienenvölker in neue Beuten im Frühjahr 2016
Im Zuge der Umstellung auf Öko-Zertifizierung hat die Bienengruppe des Münchner Umwelt-Zentrums die Bienenvölker im ÖBZ in neue Beuten umgesiedelt. Die Bienen haben die neuen Behausungen, die lediglich mit (Bio-)Leinöl behandelt und mit Wachswänden aus 100% Bienenwachs ausgestatten sind, schnell angenommen.
 

Umsiedlung der ÖBZ-Bienen from Marc Haug on Vimeo.