Berichte zu den einzelnen Stammtischen

Zu Beginn der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme (SEM) im Münchner Nordosten hatte das Nord-Ost-Forum den Prozess mit mehreren Stammtischen begleitet. Aufgrund eines Stadtratsbeschlusses wird sich der Prozess durch einen neuen Architekten-wettbewerb noch weiter hinziehen. Hier können Sie sich über die Ergebnisse der einzelnen Stammtische informieren:
 
9. Stammtisch am 19. Oktober 2016
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8. Stammtisch am 13. Juli 2016
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7. Stammtisch am 11. Mai 2016
Beim Stammtisch anwesend war auch Frau Renate Winkler-Schlang von der Süddeutschen Zeitung. Sie berichtet in einem Artikel der SZ, Stadtviertel vom 13. Mai von dem Abend: http://www.sueddeutsche.de/muenchen/bogenhausen-das-schwarze-loch-1.2991470
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6. Stammtisch am 13. Januar 2016
An dem Abend waren Frau Brigitte Sowa und Herr Heinrich Tardt vom Verein Bürgerforum Messestadt e.V. zu Gast, um über ihre Erfahrungen mit der Bürgerbeteiligung in der Messestadt Riem zu berichten. Beide sind seit der ersten Stunde Bewohner der Messestadt Riem und haben den Entstehungsprozess des neuen Stadtteils und die stattgefundene Bürgerbeteiligung seit 1999 begleitet. Als ein Fazit ihrer Erfahrungen kann der Satz stehen: Bürgerbeteiligung lohnt sich - auch wenn es manchmal mühsam ist, und der Grad der Zufriedenheit steigt, je mehr sich die Bürger beteiligen. Angeregt wurde eine geführte Radtour durch die Messestadt, die ihm Frühjahr stattfinden soll.
Der ausführlichere Bericht zum 6. Stammtisch kann als pdf-Datei herunter geladen werden.
 
5. Stammtisch am 11. November 2015
Themen des Abends waren die Position des Vereins NordOstKultur e.V. zu der Entwicklung im Münchner Nordosten und eine Vorstellung des Konzepts für das kürzlich fertig gestellte Stadtquartiert Nordhaide, bei dem einige Punkte auftraten, die auch für das Planungsgebiet von Bedeutung sind.
Der ausführliche Bericht zum Stammtisch mit weiterenführenden Links kann als pdf-Datei herunter geladen werden. Außerdem steht auch die Präsentation von Roland Krack, dem 1. Vorsitzenden des Vereins NordOstKultur e.V., zur Verfügung.
 
4. Stammtisch am 16. September 2015
Der große Sommerworkshop des Referats für Stadtplanung und Bauordnung vom 18. Juli 2015 und eine Präsentation der Bürgerinitiative B.I.E.N.E. zur Vielfalt in der Münchner Baukultur waren die zentralen Themen des Stammtischs. Der ausführliche Bericht zum Stammtisch kann als pdf-Datei herunter geladen werden.
 
Während der Diskussion stellte sich die wichtige Frage, inwieweit die bisherigen Studien in die Planungen einbezogen werden. Alle vorhandenen Studien wurden den Planern vorgelegt und gleichgewichtet. Die Planer haben ausdrücklich den Auftrag für eigene Überlegungen erhalten. Ausführlicheres hierzu im obengenannten Bericht
 
 
3. Stammtisch am 10. Juni 2015
Der 3. Stammtisch, zu dem das Bündnis aus Bezirksausschuss 13 Bogenhausen und das Münchner Nordost-Forum eingeladen hatten, war dem Thema Umwelt- und Naturschutz gewidmet. Als Gastredner erläuterte am 10. Juni Dr. Rudolf Nützel, Geschäftsführer vom BUND Naturschutz in Bayern e.V., den rund 30 Gästen in dem Restaurant Pyros die Ergebnisse einer Studie für den Münchner Nordosten vor. Die Studie zur „umweltverträglichen Stadtentwicklung im Münchner Nordosten" hatte der BUND Naturschutz in Bayern e.V vor zwei Jahren gemeinsam mit dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) bei Schmidt & Wendt Partnerschaft - Büro für Landschafts- und Freiraumplanung in Auftrag gegeben, um sich frühzeitig an der Debatte über die künftigen Nutzungen beteiligen zu können. Entsprechend legte Dr. Nützel an diesem Abend viel Wert darauf, die Bürgerinnen und Bürger zu einem konstruktiven Dialog mit der städtischen Verwaltung anzuregen.
 
Die beiden Naturschutzverbände wollten mit der gemeinsam beauftragten Studie die möglichen Entwicklungsszenarien untersuchen, um zu prüfen, wie Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Erholung, Landwirtschaft und Naturschutz im Münchner Nordosten in Einklang gebracht werden können. Nützel betonte, mit dieser auf eigene Kosten durchgeführten Studie zeige man, dass sich die Umweltverbände konstruktiv einbringen möchten. Zudem sei neu, dass nicht einfach zur Planung der Landeshauptstadt München Stellung bezogen wird, sondern aktiv im Vorfeld eine eigene Planung in Auftrag gegeben wird. Man wolle sich nicht denen anschließen, die sagen: „Hier kommt keiner mehr rein!". In einer Wachstumsregion wie München sei es wichtig, ausreichend Wohnraum zu schaffen. Durch die gute Zusammenarbeit in der Vergangenheit zeigte sich Dr. Nützel überzeugt, dass mit dem Referat für Stadtplanung und Bauordnung Lösungen zu finden sind, die auch den Ansprüchen des Naturschutzes gerecht werden.
 
Das vorgestellte Gutachten ergab, dass man im Münchner Nordosten im Einklang mit Landschafts- und Naturschutz Wohnungen für 10.000 Bewohnerinnen und Bewohner sowie 2.000 Arbeitsplätze schaffen könne . Aber auch eine Einwohnerzahl, die darüber hinaus geht, schloss Nützel nicht aus. München habe das Leitmotiv „kompakt – urban – grün", so Nützel. „Unsere Aufgabe ist es, den Grün-Aspekt besonders zu betonen". Nach Ansicht des BUND Naturschutz sind 91 Hektar der untersuchten 540 Hektar für eine Bebauung gut geeignet. Auf diesen im Westen und Süden liegenden Flächen könne man auch über eine dichtere oder höhere Bebauung diskutieren, um anderswo Landschaftsflächen zu erhalten. „Alles, was wir nicht nach oben bauen, müssen wir in die Fläche bauen", mahnte Nützel. Um den Erhalt der schützenswerten Flächen zu sichern, sei eine gewisse Dichte in anderen Bereichen notwendig. Auch mit Blick auf die Versorgung mit Öffentlichem Nahverkehr sowie sozialer Infrastruktur sei eine gewisse Einwohnerzahl notwendig.
 
Die Ergebnisse der Gutachten aus dem Jahr 2012 zeigen laut Dr. Nützel eine große Vielfalt in Flora und Fauna – insbesondere die Vögel finden im Münchner Nordosten einen wertvollen Lebensraum. Insgesamt 31 unterschiedliche Arten seien gesichtet worden. In seinem Vortrag machte sich Nützel vor allem für die Flächen im Norden und Osten des Gebietes stark, die seiner Meinung nach nicht bebaut werden dürften. Dazu gehörten unter anderem die sehr artenreichen Bereiche rund um den Golfplatz, die Trainingsbahn und der renaturierte Hüllgraben.
Mehrere seltene Vogelarten wie Feldlerche, Gartenrotschwanz, Kuckuck und Pirol kommen nach Angaben des LBV in dem Bereich des ehemaligen Bahndamms über den Hüllgraben und den angrenzenden Biotopflächen bis zur Kleingartenanlage vor – neben der seltenen Wasseramsel sei hier nach Angeben von Dr. Nützel auch ein Kiebitz gesichtet worden. Die Gutachterinnen und Gutachter der Stadt werden die Ergebnisse durch erneute Begehung und Kartierungen über eine Vegetationsperiode hinweg verifizieren. Dr. Nützel machte darauf aufmerksam, dass dieser Bereich auch Lebensraum und Wanderroute von bedrohten Amphibien wie Wechselkröte und Laubfroschs sei.

Die Ergebnisse der Studie zusammenfassend, trug Nützel folgende Wünsche der Umweltverbände vor:

- die Ausweisung eines Landschaftsschutzgebietes im Norden und Osten

- die Fortsetzung der Renaturierung des Hüllgrabens

- die Anpflanzung neuer Waldflächen

- einen vielfach nutzbaren Landschaftspark auf dem Gebiet der heutigen Trainingsbahn

- eine bessere Vernetzung der Biotope

- einen Bürgerparks im Bereich des Steinlagers und Schutz der heutigen Tümpel

- den vollständigen Erhalt des alten Bahndamms als lineare Vernetzungsachse für Tiere und Pflanzen

Enttäuscht zeigte sich Nützel über den Bau des Supermarktes zwischen Rennbahnstraße und Burgauer Straße. Die dortige Glatthaferwiese sei aus Sicht der Gutachter als besonders schützenswert eingestuft worden und als Teil eines Biotop-Verbundes zwischen Daglfing und Johanneskirchen vorgesehen gewesen. Baudirektor Michael Hardi zeigte Verständnis, machte aber darauf aufmerksam, dass der Bau dieses Supermarktes nichts mit der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme zu tun habe und gewaltige Lücke in der Nahversorgung des Viertels.
Sebastian Riesch vom Verein Lebenswertes Daglfing e.V. erinnerte in einer Wortmeldung an den geplanten Park auf der restlichen Glatthaferwiese. Die BA-Vorsitzende Angelika Pilz-Strasser wies darauf hin, dass der Unterausschuss Planung sich bereits mit der möglichen Realisierung eines Parks beschäftige. Die von Bürgerinnen und Bürgern zur Steigerung der Aufenthaltsqualität gewünschte Bepflanzung sah Nützel jedoch kritisch: „Eine Bepflanzung sehe ich nur in einer Ecke, ansonsten gehe die Qualität als offene Glatthaferwiese verloren – und damit die hohe Artenvielfalt." Man einigte sich darauf, dass Nützel sein Konzept für die Glatthaferwiese in einer Unterausschusssitzungen vorstelle.
 
Eine kurze Diskussion über den Umgang mit Altlasten im Boden verlief kontrovers. Auf dem Areal der Glatthaferwiese sei nach dem Krieg der Sondermüll des Feldlazaretts Unterföhring entsorgt worden, sagte ein Anwohner. Nachdem der Bürger geäußert hatte, man habe beim Bau des neuen Supermarktes versäumt, die ganze Wiese von den Altlasten zu befreien, waren Umweltschützer und Stadt anderer Meinung. Es sei oft besser, Altlasten im Boden zu belassen, so Nützel, sofern sie nicht direkt das Grundwasser beeinträchtigen. Michael Hardi wies darauf hin, dass im Rahmen der aktuell durchgeführten Gutachten der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme auch die Bodenbelastung untersucht werde.
 
Auf eine Bürgerfrage hin, ob in der Studie der Umweltverbände die Frischluftversorgung ausreichend berücksichtigt worden sei, erläuterte Dr. Nützel, das Frischluftkonzept der Studie In seiner Variante werde im Osten bewusst viel offene Fläche bewahrt. Das Ziel sei, großflächige Bereiche freizuhalten, um Luftaustausch zu garantieren. Auch aus diesem Grund favorisiere man die dichtere Bebauung im Westen und Süden. Die von der Landeshauptstadt München beauftragten Planerinnen und Planer setzen sich ebenfalls mit stadtklimatischen Fragen auseinander und haben hierfür zur Unterstützung ein in diesem Bereich spezialisiertes Büro eingebunden.
 
Im weiteren Verlauf des Abends hatte Roland Krack, Vorsitzender des Verein Nordost-Kultur e.V., das Wort. Er wünschte sich von Politik und Verwaltung ein klares Bekenntnis zum Nordostpark, der bereits 1986 mit der Aktualisierung des Flächennutzungsplans festgelegt worden sei. Hardi stellte fest, dass der größte Teil des geplanten Nordostpark außerhalb des Entwicklungsgebietes liege.
 
Auch Frau Pilz-Strasser erinnerte an die lange Geschichte des Nordostparks und äußerte Bedenken, dass wirtschaftliche Interessen, die Flächen des geplanten Parks beanspruchen könnten: Ihre Frage, ob die aktuellen Planerinnen und Planer die Vision überhaupt kennen würden, beantwortete Hardi mit einem deutlichen Ja. Allerdings spürt das Referat einen Druck auf die Flächen auch nördlich des Lebermoosweges. Wenn es sich dabei um privilegierte Vorhaben handelt, ist es schwer dies zu steuern. Dennoch sieht das Referat für Stadtplanung und Bauordnung optimistisch. Damit nahm Hardi zu der Kritik an der LBK Stellung, den Bau neuer Gewächshäuser zugelassen zu haben. „Uns sind hier die Hände gebunden", erklärte Hardi. Man sei nicht glücklich, aber die rechtlichen Belange seien eindeutig. Man könne einer Eigentümerin bzw. einem Eigentümer sein Baurecht nicht verweigern. Ein Bürger stimmte der Aussage von Michael Hardi zu: „Wenn die Stadt sich gegen ein Bauvorhaben ausspricht, wenden sich die Bauherren an den Bezirk Oberbayern und bekommen dort ihre Genehmigung", so die Erfahrung des Bürgers.
Hardi versuchte deutlich zu machen, vor welch schwierigen Entscheidungen die Verwaltung immer wieder stehe. Die Gärtnereien würden die Landschaft im Nordosten prägen. Um im globalen Wettbewerb zu bestehen, müssten die Gärtnereien immer mehr anbauen und immer früher liefern. „Einem Betrieb zu sagen, sie dürfen da nicht bauen, kann für einen Traditionsbetrieb das Aus bedeuten", sagte Hardi. „Es gehe immer um die Frage: Was ist jetzt wichtiger? Diesem Dilemma sind wir in der Stadtverwaltung permanent ausgesetzt."
 
Rückfragen gab es auch zu den Planungen der Kieswerke. Hier erklärte Ulrich Illing des Planungsreferates, dass es im Regionalplan Vorrangflächen und Vorbehaltsgebiete für Kieswerke gebe. Auf dem Münchner Stadtgebiet gebe es jedoch nur Vorbehaltsgebiete.
Der Mitarbeiter erläuterte auch das Phänomen der so genannten Tafelberge. Die künstlichen Hügel bestehen aus Almsand, der bei der Kiesproduktion übrig bleibe.
So sei auch die neue Landschaft des Golfplatzes entstanden. Da man Kiesgruben nicht mehr zuschütte, werden Abbaugebiete künftig als Wasserflächen erhalten bleiben.
Derzeit sei im Flächennutzungsplan aber kein See vorgesehen.
 
Die gute Rad-Verbindung zu den vorhandenen Seen ist Roland Krack ein besonderes Anliegen. In einer Wortmeldung forderte er dringend eine Verbesserung der Radwegverbindung zum Feringasee.
Natürlich durfte auf einem Stammtisch-Treffen zum Münchner Nordosten das Thema Bahn nicht fehlen. Laut Stadtverwaltung habe die Bahn mit den Vorplanungen für den oberirdischen Ausbau auf einer viergleisigen Trasse begonnen. Hardi erinnerte daran, dass der Stadtrat beschlossen habe, die Kosten für die Tieferlegung zu übernehmen. Zugleich betonte er, dass die Entwicklung östlich der S8 erste beginnen könne, wenn neue Querungsmöglichkeiten vorhanden seien. Es muss geprüft werden, welche Bereiche bereits unabhängig von der Tieferlegung der S8 entwicklet werden können, da ihre Erschließung beispielsweise über neu geschaffene oder ausgebaute Anbindungen ermöglicht wird.
Zum Abschluss der Veranstaltung luden die Gastgeber und Michael Hardi dazu ein, die Debatte über die Stadtentwicklungsmaßnahme bei der großen Beteiligungsveranstaltung am 18. Juli 2015 fortzuführen. Unter dem Motto Sommerworkshop lädt das Referat für Stadtplanung und Bauordnung alle Interessierten zu einem informativen Aktionstag ein, auf dem Bürgerinnen und Bürger sich auch selber kreativ einbringen können, bevor verschiedene Exkursionen ins Viertel zu einer intensiven Auseinandersetzung mit den Gegebenheiten einladen.
 
Bericht von Marco Eisenack. 29.06.2015
 
2. Stammtisch am 8.4.2015,
Bericht von Marco Eisenack, 13.04.2015

Am 8. April hatten der Bezirksausschuss BA 13 (Bogenhausen) und das Nordost-Forum zum zweiten Stadtentwicklungs-Stammtisch in die Gaststätte Pyrsos geladen. Trotz Osterferien und Pokalspiel fanden sich rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein, um knapp drei Stunden lang intensiv Wünsche und Bedenken zu diskutieren. Neben den Gastgebern und Gastgeberinnen aus dem Bezirksausschuss und vom NordOstForum brachten sich Vertreterinnen und Vertreter des Referates für Stadtplanung und Bauordnung und örtlicher Initiativen wie Sebastian Riesch (Vorsitzender der „Bürgerinitiative lebenswertes Daglfing) und Roland Krack (Vorsitzender des Vereins Nordost-Kultur e.V.) mit ihrem Wissen ein.

BA 13 und NordOstForum hatten ein Veranstaltungs-Format vorbereitet, das den Anwesenden möglichst viele Möglichkeiten geben sollte, eigene Themen einzubringen. Ähnlich wie bei dem städtischen Auftakt-Workshop im Sommer 2014 wurden die Bürgerinnen und Bürger eingeladen, das Planungsgebiet mit konkreten Markierungen zu kennzeichnen, um besondere Orte darzustellen. Wie es in der Einladung hieß, ging es dabei um das „freie und kreative Entwickeln von Ideen und Visionen". Ohne Einschränkungen durch konkrete Gutachten sollte die Möglichkeit genutzt werden, Gedankenspiele ohne weitere Vorgaben durchzuführen.

Wie viel Einfluss haben solche Veranstaltungen überhaupt? Diese große Schwierigkeit langjähriger und offener Beteiligungsformate sprach Angelika Pilz-Strasser gleich zu Beginn der Veranstaltung an. Die Bürgerinnen und Bürger sollten nicht das Gefühl bekommen, die Ergebnisse der Stammtisch-Treffen würden zwangsläufig in die Gutachten der beauftragten Planerinnen und Planer einfließen. Ebensowenig wolle sie das Gefühl wecken, die Bürgerinnen und Bürger sollten „irgendwie beschäftigt werden". Vielmehr wolle man von Seiten des Bezirksausschusses die lange Zeit der Planungsphase nutzen, um mit vielfältigen Formaten möglichst verschiedene Menschen aus dem Stadtteil anzusprechen. Nach Meinung von Frau Pilz-Strasser bringe die kontinuierliche Zusammenkunft einen großen Lerneffekt. „Es wird uns helfen, die Gutachten besser interpretieren zu können", so Pilz-Strasser. Denn zum jetzigen Zeitpunkt stehe nichts fest, „nicht einmal die Zahl der künftigen Einwohner".

Das NordOstForum hatte mit dem BA im Vorfeld vier Themen herausgearbeitet, um sie an den Themeninseln zu diskutieren: So konnten die Bürgerinnen und Bürger zwischen den Bereichen „Verkehr", „Landschaft", „Dorfkerne" und „neue Siedlungen" von Tisch zu Tisch wechseln – oder bei einem Schwerpunkt bleiben.

Auf jedem der vier Themen-Tische hatte man ein großes Poster mit dem Planungsgebiet ausgebreitet, das auch die umliegenden Gemeinden abbildete. Nach einem konstruktiven wie auch kreativen Abend wurden alle eingebrachten Ideen von spontan gewählten Themen-Sprecherinnen und -Sprechern vorgestellt.

VERKEHR
Am Thementisch Verkehr stellte Sebastian Riesch, Vorsitzender der 2007gegründeten „Bürgerinitiative lebenswertes Daglfing" die Ergebnisse vor. Deutlich geworden sei erneut das starke Bedürfnis nach einer Tunnellösung für die S-Bahn, erklärte Riesch. Brücken als Übergangslösung lehnte Riesch ab, da er befürchtet, dass das Provisorium dann auf unbestimmte Zeit bleibe.

Seine persönliche Forderung lautete „keine Bebauung ohne Ausbau des ÖPNV". Die große Sorge vieler Bürgerinnen und Bürger sei, dass die Bebauung beginne, bevor die Infrastruktur geschaffen ist. Dazu gehöre neben dem Ausbau des Nahverkehrs mit der Verlängerung der U4 und der Erweiterung des Tram- und Bus-Netzes auch der Bau von Schulen und Einkaufsmöglichkeiten. Insbesondere die Verknüpfung von U-Bahn und S-Bahn-Stationen sei notwendig. Nur wenn entsprechende Angebote für die neuen Einwohner vorhanden seien, könne man Autoverkehr reduzieren. Zusätzlich sei es wichtig, das Straßennetz im Planungsgebiet zu ertüchtigen, bevor die ersten Menschen zuziehen.

Der private Autoverkehr mache den Menschen im Stadtteil Sorgen. „Nicht alle werden mit dem ÖPNV fahren!" Riesch schlägt daher vor, in die Verkehrsplanung auch den Mittleren (Isarring) - und den Föhringer Ring mit einzubeziehen.

Die Ideengeberinnen und Ideengeber am Verkehrstisch legten jedoch ebenso auf den Ausbau des Radwegnetzes besonders viel Wert. Die Verbindungen ins Zentrum seien stark verbesserungswürdig. Angeregt worden sei auch, dass die Radwege nicht entlang der Hauptverkehrsstraßen, sondern durch Grünanlagen und Parks führen.

Roland Krack, der als Vorsitzender des Nordost-Kultur-Vereins derzeit intensiv die 1.200 Jahrfeier für Johanneskirchen vorbereitet Link zum Programm: (http://www.nordostkultur-muenchen.de/downloads/1200-Termine-Homeage-6.pdf), forderte mit Blick auf die Vermeidung des Autoverkehrs, über die Entwicklung einer Stadtbahn nach Aschheim nachzudenken. Mit einer Tram, die nach Aschheim und Kirchheim führe, sei wie bei der Tram nach Grünwald auch die Fahrt durch dünner besiedelte Gebiete möglich. Auch eine Verlängerung der Trambahn 25 über den geplanten Haltepunkt am SZ-Hochhaus hinaus sei wünschenswert. Herr Krack wies dabei insbesondere darauf hin, dass für künftige Trambahnlinien Freiräume entlang der großen Straßen bereitgehalten werden sollen. Viel Gutes kann der Vereinsvorsitzende auch an dem ÖPNV-Konzept des Arbeitskreises Attraktiver Nahverkehr entdecken. Unter dem Titel „ E.NOR.M –Entwicklungskonzept NORd Ost.München" hat der Arbeitskreis ein Zukunftskonzept vorgelegt

Ein großes Anliegen ist Herrn Krack auch der Eisenbahn-Nordring: Der Güterverkehr von Freimann nach Trudering solle die S-Bahnstrecke unbedingt nördlich von Johanneskirchen im Bereich des HKW München-Nord kreuzen, so Krack. Bei den Planungen solle außerdem die Nutzung des Nordrings als Personenzugstrecke für den S-Bahnverkehr berücksichtigt werden.

LANDSCHAFT
Wichtige Orte für die Naherholung und den Schutz von Flora und Fauna zu benennen, hatten sich die Bürgerinnen und Bürger am Thementisch „Landschaft" zur Aufgabe gemacht. Wie Frau Dr. Ulrike Wagner, Leiterin des Ökologischen Bildungszentrums, zusammenfasste, sei der Hüllgraben ein besonders wertvoller Bereich für die Menschen: „Der Hüllgraben zieht sich als grüne Achse quer durch das Gebiet". Die Menschen wünschten sich laut Frau Dr. Wagner hier auf alle Fälle eine Erweiterung der Renaturierung, wie östlich der Kleingartenanlage an der Küstner Straße.

Auch der alte Bahndamm wurde wie bereits bei den vergangenen Veranstaltungen als besonderer Schatz im Gebiet bezeichnet, der für Tiere und Pflanzen eine hohe Qualität bereithalte. Neben solch bekannten Rückzugsorten für Tiere und Pflanzen bereicherten einige Besucherinnen und Besucher die Debatte auch mit relativ unbekannte Natur-Oasen. Dazu gehörten zum Beispiel einige kleinere Tümpel im nordöstlichen (Planungsgebiets, die nach Meinung der Anwesenden unbedingt erhalten bleiben und zudem ökologisch aufgewertet werden sollten. Einig waren sich die Menschen auch, dass die Biotope nicht eingezäunt werden sollten. „Natur schätzt man nur, wenn man sie auch genutzt hat", betonte die Umweltpädagogin Frau Dr. Wagner.

Auch die Büsche und Baumgruppen entlang der Savitsstraße wurden von mehreren Stammtisch-Teilnehmenden als besonders erhaltenswert bezeichnet. Sie könnten nach Meinung der Bürgerinnen und Bürger auch als Ausgangspunkt für eine Verbindung quer durch den Planungsraum dienen und eine wichtige Funktion als Frischluftschneise erfüllen. Grünverbindung jenseits von heutigen Barrieren neu zu denken wurde als ein wichtiges Anliegen deutlich. Dazu gehört auch der Vorschlag einer Bürgerin, den Grünzug von Zamilapark aus Osten kommend bis zu Rennbahnstraße zu verlängern, wenn die S-Bahn unterirdisch fahre. Um den Nordosten im Planungsgebiet in seiner ökologischen Vielfalt zu erhalten, wünschte sich Frau Pilz Strasser, dass der seit langer Zeit diskutierte Nordostpark deutlicher hervorgestellt wird und als ein Element aufgegriffen wird, das die Chance bietet, gemeinsam mit den Nachbarkommunen entwickelt zu werden.

Das städtische Steinlager an der Max-Nadler-Straße ist Menschen außerhalb des Quartiers wohl kaum bekannt. Umweltschützer in der Gegend schätzen das Areal jedoch sehr. Mit den Qualitäten einer trockenen Brachfläche und einem Feuchtbiotop sei das Gelände ein wichtiger Lebensraum für viele Tiere.

Kontrovers diskutiert wurde der Umgang mit den landwirtschaftlichen Flächen. Während einige Anwohnerinnen und Anwohner auf den Erhalt großen Wert legten, bezweifelte andere, dass konventionelle Landwirtschaft in dicht besiedelten Gebieten überhaupt noch rentabel wirtschaften könne. Frau Dr. Wagner favorisierte daher eine Lösung mit neuen Eigentumsmodellen und Anbaumethoden wie es zum Beispiel in dem Konzept „Essbare Stadt" von Agropolis für Freiham einst vorgeschlagen hatte. Weiterführender Link: http://anstiftung.de/jdownloads/Forschungsarbeiten%20Urbane%20Grten/ella_v_d_haide.pdfdownloads/Forschungsarbeiten%20Urbane%20Grten/ella_v_d_haide.pdf Wagner sieht auch einen wichtigen Bildungsauftrag der städtischen Landwirtschaft „eine Wechselwirkung mit den Bürgern" einzugehen.

DORFKERNE
Mit Entschlossenheit stellte die langjährige ehemalige BA-Vorsitzende Christiane Hacker (SPD) die Forderungen der anwesenden Bürgerinnen und Bürger hinsichtlich der alten Dorfkerne dar. „Es herrschte Einigkeit am Tisch, dass die Dorfkerne so erhalten bleiben, wie sie sind und in ihrer Qualität aufgewertet werden", erklärte Frau Hacker. Mit konkreten Maßnahmen solle Rücksicht auf die Identitäten von Johanneskirchen, Daglfing und Englschalking genommen werden.

Zum einen sollen die alten Dorfkerne demnach mit einer Art Abstandsgrün geschützt werden – Die Neubebauung sollte die geringe Dichte der Dorfkerne aufgreifen, so die Meinung am Themen-Tisch Dorfkerne. „Wir wollen keine 14-stöckigen Hochhäuser, die die alten Dorfkerne erdrücken", so Hacker. Als gelungenes Beispiel führte die ehemalige BA-Vorsitzende den Neubau in der Oberföhringer Str. 188 an, wo man mit gestaffelter Baudichte vom Dorfkern zur Lärmquelle aufsteige.

Es gab auch eine rege Diskussion über den finanziellen Zusammenhang: So könne sich kleinteilige Bebauung nur ein bestimmter Teil der Bevölkerung leisten. Einhellige Meinung war aber auch, dass qualitätsvoller bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden müsse.

Neben der Bewahrung bestehender Qualitäten erhoffen sich die Bürgerinnen und Bürger aber auch Verbesserungen: Zum Beispiel trug Frau Hacker die Forderung nach einem Ausbau der Straßen nach Norden vor. Dort sei man derzeit oft noch auf Kieswegen unterwegs. Beim Ausbau des Straßennetzes sei aber auch wichtig, alle Dorfkerne durch „intelligent verlegte Sammelstraßen" vom Durchgangsverkehr zu verschonen.

Auch die Lage der Hochspannungsleitungen war Thema an dem Tisch von Frau Hacker. „Wir müssen die Bereiche klipp und klar aussparen, damit niemand mit Elektrosmog in Berührung kommt", so Hacker. Ein Bürger brachte in diesem Zusammenhang den Vorschlag ein, die Stromtrassen geschickter zu verlegen – etwa entlang der Bahntrasse.

NEUE SIEDLUNGEN
Der Themen-Tisch „Neue Siedlungen" stellte sich der offenbar schwierigsten Aufgabe. Hier debattierten die Bürgerinnen und Bürger über Siedlungsstrukturen, die Dichte und geografische Lage möglicher Neubaugebiete. Die BA-Vorsitzende Angelika Pilz-Strasser (SPD) zog ein nachdenkliches Resümee: „Es war schwierig, aber wir waren uns einig, dass wir neue Zentren brauchen." Im Zuge der Diskussionen sei deutlich geworden, dass man sich zwar kleine Strukturen wünsche. „Aber uns ist auch klar, dass wir nicht nur vierstöckige Häuser bauen können". Man sehe auch die Notwendigkeit, dass Zentren eine gewisse Dichte brauchen, um funktionieren zu können. Zwei große Zentren sehe man bei den S-Bahn-Haltestellen Englschalking und Daglfing. Da man sich am Ortsrand auch eine hohe Bebauung vorstellen könne, sei auch der Vorschlag gekommen, beide Ortsteile von Johanneskirchen zusammen zu führen und zum Stadtrand hin sukzessive in die Höhe steigen zu lassen. Eine neue ÖPNV-Verbindung nach Aschheim würde zudem die Option ermöglichen, ein Zentrum am nördlichen Stadtrand zu schaffen. An der Grenze zu dem Gewerbegebiet in Aschheim habe man in einer Planungsidee die Rennbahn aus dem Weg geräumt, um dort höhere Bebauung zu erreichen. In diesem neuen Areal müsse man neben einem Zentrum für Gastronomie, auch einen Bereich für Sport und Kultur schaffen. Um Fläche zu sparen, war ein Vorschlag aus der Bürgerschaft außerdem, an den S-Bahnhaltepunkten große unterirdische Parkplätze bereit zu halten. Unverzichtbar erscheint den Bürgerinnen und Bürgern auch ein neues großes Schulzentrum, das im Idealfall alle Schultypen umfasse.
Am Ende des Abends zeigten sich die Beteiligten überzeugt, dass sich die erneute Beschäftigung mit der Materie gelohnt habe. Gastgeberin Pilz-Strasser fasste zusammen: „Wir sind nochmal deutlich tiefer in die Materie eingestiegen als bei dem Workshop im Sommer". Es wurde den Bürgerinnen und Bürgern deutlich, wie schwer es die Planungsteams haben. Die in der Diskussion aufgetauchten Zielkonflikte zu bearbeiten und zu lösen. So habe man Wissen gesammelt, das wichtig sei, wenn die Varianten dem Stadtrat vorgestellt werden und die Öffentlichkeitsphase beginne.
 
 
1. SEM-Stammtisch im Münchner Nordosten vom 11.02.2015, 19.00 bis 21.30 Uhr

Zum ersten Stammtisch, der vom Bezirksausschuss 13 und dem Münchner NordOstForum ins Leben gerufen wurde, kamen etwa 150 Interessierte in das Restaurant Pyrsos in der Englschalkinger Straße. Mit diesem neuen Beteiligungsformat möchten die Veranstalter, auch in den Zeiten, in denen keine konkreten Pläne und Untersuchungs­ergebnisse vorliegen, dem Gesprächs- und Informationsbedarf der Bürger/innen nachzukommen. Dabei soll versucht werden, die Beteiligten über den gesamten Prozess einzubinden und ihre Meinung zu hören. Zu Gast waren Herr Michael Hardi vom Planungsreferat, HA II, Frau Agnes Förster und Herr Marco Eisenack, die im Auftrag der Stadt für die Begleitung der Öffentlichkeit zuständig sind.

Da es bei einer so großen Teilnehmerzahl kaum möglich ist, nur freie Diskussionen zuzulassen, führten Winfried Eckardt (NordOstForum, MVHS) und Angelika Pilz-Strasser (1. Vorsitzende des BA 13) durch den Abend.

Zuerst erklärte Herr Hardi, dass das Planungsreferat für dieses Veranstaltungsformat dankbar ist, da eine solche Form der Bürgerbeteiligung für die Stadt nicht möglich ist. Zumal es deutschlandweit kein so frühes Beteiligungsverfahren gibt.
Das Referat hatte bei der Auftaktveranstaltung im Juli 2014 aufgefordert, „Schätze" aus dem Münchner Nordosten in Form von Bildern, Zeichnungen und Texten einzuschicken. Bisher sind leider kaum Beiträge eingegangen. Wenn es einen Platz gibt, an dem Sie sich im Planungsgebiet besonders wohlfühlen, melden Sie diesen Platz. Weitere Infos gibt es hier.
 
Im Sommer 2015 (genauer Termin steht noch nicht fest) wird es eine neue Veranstaltung des Planungsreferats geben, bei der es eine Bestandsaufnahme auf der Grundlage der Ergebnisse der Gutachter geben und die „Schätze" im Münchner Nordosten gezeigt werden sollen.
 
Die erste Phase des Planungsverfahrens wird dann im Frühjahr 2016 abgeschlossen sein. Zuvor werden die Gutachterbüros in der zweiten Jahreshälfte mindestens drei Varianten für den neuen Stadtteil vorlegen – zuerst dem Münchner Stadtrat. Diese Varianten können dann diskutiert und verändert werden. So wird ein Synergieeffekt erzielt und das Gesamtbild für einen „enkeltauglichen" Münchner Nordosten im Auge behalten.
Herr Hardi machte deutlich, dass in einem großen Teil des Gebietes der landschaftsbestimmende Grüngürtel erhalten bleiben und die Bedürfnisse der Bewohner erfüllt werden sollen. Eine Voraussetzung für die Entwicklung des Gebietes sieht das Planungsreferat in dem Ausbau/der unterirdischen Führung der Bahnstrecke auf der Trasse der S8.

Zu der Verkehrssituation und den Gegebenheiten gab es in der nachfolgenden Diskussion auch die meisten Beiträge. Der desolate Zustand an den Bahnhöfen und den eingeschränkten Querungsmöglichkeiten der bestehenden Bahnstrecke verhindert einen vernünftigen Zugang in das Gebiet. Es gibt Befürchtungen, dass der viergleisige Ausbau mit der Tunnellösung immer weiter nach hinten verschoben und der Bau des neuen Stadtgebiets ohne eine geeignete verkehrliche Erschließung begonnen wird. Die Zuständigkeiten für den Ausbau der Bahnstrecke liegen jedoch bei der Bahn und die Stadt kann hier nur begrenzt Einfluss nehmen, fordert aber eine Tunnellösung. Die Kooperation mit der Deutschen Bahn und die Unterstützung z.B. des bayerischen Wirtschaftsministeriums sind unumgänglich, aber schwierig.
Die Verkehrsproblematik umfasst jedoch nicht nur die Bahn. Auch in Bezug den Straßenbau und eine Erschließung des Gebiets durch eine U-Bahn (auch mit Messeanbindung) ist es dringend erforderlich, gemeinsam mit den Nachbargemeinden nach Lösungen zu suchen.

Mit der Verkehrsdiskussion wurde auch schon ein weiterer wichtiger Punkt für die Ausbaupläne deutlich: Es besteht ein großes Bedürfnis, zu wissen, für wie viele Menschen das Gebiet geplant wird und welche Struktur vorgesehen ist. Herr Hardi erklärte, dass die Typologie der Gebäude (z.B. Mietwohnungen oder Eigentum, Infrastruktur, wie Sportstätten, Schulen, Kindertagesstätten und anderes) und damit die Dichte der künftigen Wohngebiete erst ab dem nächsten Jahr zur Diskussion steht, wenn die verschiedenen Varianten diskutiert werden. Es sollte aber alle Modelle des Wohnens geben, z.B. konzeptioneller Wohnungsbau für bestimmte Berufsgruppen, nach dem München Projekt geförderte Eigentumswohnungen und andere mehr.

Neben den beiden bereits erwähnten, großen Themenfeldern gab es noch weitere Beiträge, die aber wegen ihrer Bedeutung ebenfalls von den Gutachterbüros bearbeitet werden: die Situation des Grundwasserstandes, der in dem Ausbaugebiet besonders hoch ist, und die zukünftige Energieversorgung des neuen Stadtteils zum Beispiel durch Geothermie.

Für den als kontinuierliches Beteiligungsprojekt angesehenen Stammtisch gilt, dass die Beteiligung der Bürger neutral wiedergegeben wird. Wenn ein Eindruck entsteht, dass etwas falsch dargestellt wurde, sind Veränderungen, z.B. im Protokoll, möglich.
Die Funktion des Stammtisches ist es, den Gesprächsfaden mit Bürger/innen nicht abreißen zu lassen. Der direkte Einfluss des Bezirksauschusses auf die städtebaulichen Entscheidungen des Stadtrates ist leider eher gering. Mit dieser Veranstaltungsform besteht aber die Möglichkeit, die einzelnen Prozesse von außen zu verfolgen und sich zu Wort zu melden.
Auch bei den nächsten Veranstaltungen wird es noch keine konkreten planerischen Fortschritte geben, da der Beteiligungsprozess so frühzeitig begonnen hat. Die Form des Stammtisches bietet aber die Möglichkeit, Fachkräfte von außen einzuladen, die zu bestimmten Schwerpunktthemen Diskussionsbeiträge liefern können.
 
Der Planungsstammtisch bietet auch Platz für Visionen. So könnte auch die Idee eines Konzertsaalbaues im Münchner Osten, der das Viertel kulturell beleben und eine Anbindung durch die U-Bahn deutlich attraktiver machen könnte, als Option diskutiert werden, unabhängig von konkreten Umsetzungschancen. Es ergibt sich vielleicht die Chance, ein Stück Heimat zu bewahren und gleichzeitig die Moderne mit ihren unterschiedlichen, zum Teil noch unbekannten Bedürfnissen zuzulassen. Es besteht der Wunsch, dass das neue Viertel ein Modell für zukunftsorientierten, international preisverdächtigen Städtebau wird!

Die Organisatoren des Stammtisches bemühen sich für den nächsten Stammtisch, passende Referenten zu Themen, die im Laufe des Abends aufgekommen sind, zu gewinnen.
Die nächsten Termine sind

8. April 2015 und 10. Juni 2015 jeweils um 19.00 Uhr wieder im „Pyrsos"

Bericht: Dr. Jutta Zarbock-Brehm. 17.02.2015